Wie liest man Tarotkarten?

Tarotkarten legen lernen im Selbststudium

Das Tarot ist ein Medium, ein Werkzeug, das uns hilft, die Dinge sichtbar zu machen – Wege zu finden. Wer mit dem Tarot die Karten legen will benötigt Zeit und Geduld, um sich mit den Inhalten und Aussagen der Karten vertraut zu machen. Eine schöne Möglichkeit, sich mit den Tarotkarten vertraut zu machen ist, sich zunächst mit jeder einzelnen Karte der 22 Großen Arkana im Detail zu beschäftigen. Da es so viele verschiedene Tarotkarten-Decks gibt, beziehen sich alle folgenden Beschreibungen auf das Rider-Waite-Tarot.

Im Vergleich zu anderen Tarotkarten ist das Rider-Waite-Tarot viel leichter zugängig als andere Tarotdecks. Alle 22 Karten der Großen Arkana sind gleichwertig, mit eigener besonderer Bedeutung und auf jeder Karte befinden sich symbolische Hinweise. Alle Karten weisen auf einen Planeten oder ein Tierkreiszeichen hin und jede Tarotkarte trägt eine Nummer in römischen Buchstaben, die numerologisch von Bedeutung ist. Wichtig sind ebenfalls die verschiedenen Symbole und selbst die Farben der jeweiligen Tarotkarten sollten betrachtet werden.

 

Wer sich zunächst mit den einzelnen Bildern des Rider-Waite-Tarotdecks beschäftigt, ohne die „festgeschriebenen“ Bedeutungen der Karten begreifen zu wollen, ist ganz sicher im Vorteil, wenn es um die Interpretation der Tarotkarten geht. Sobald Sie bereit sind sich auf die Reise durch die Große Arkana zu begeben, sollten Sie selbst die Position des Narren einnehmen. Denn der Narr unternimmt die Reise, um am Ende, Schritt für Schritt, die Weisheiten des Lebens zu erfahren oder das persönliche Lebensziel zu finden.

 

Am Ende werden wir eine spannende, ereignisreiche Weltreise durch den gesamten Mikro- und Makrokosmos, sowie uns selbst unternommen haben. Auf ihr gibt es viel zu entdecken, erkennen, erlernen und verstehen. Ein Bewusstwerdungsprozeß, begleitet durch die Karten der Großen Arkana von 0 bis 21, mit einer Erkenntnis nach der anderen. Wer sich auf die Weise auf die Reise macht, hat am Ende sicherlich eine „Grundreinigung“ hinter sich gebracht. Interessant wird dann das Ziehen einer Tages- oder Wochenkarte, um sich selbst noch besser kennenzulernen.

 

Das Bild der Tarotkarte 0 – der Narr

 

Wir sehen einen jungen, dynamischen Mann, der leichtfüßig, mit ausgestreckten offenen Armen an einem Berghang steht und in die Ferne (eine Bergkette) schaut. Er wirkt frohen Mutes, vielleicht auch keck und scheint Neuland erkunden zu wollen. Die überwiegend gelbe Hintergrundfarbe unterstützt seine kraftvolle Darstellung. Auf seinem üppigen Haar, ebenfalls gelb betont, trägt er seine Kappe, an der sich eine rote Feder befindet. Die Feder ist ein altes Symbol für den Stein der Weisen.

 

Die Sonne, in Weiß gehalten, strahlt auf den Narren. Ein kleiner weißer Hund befindet sich an seiner Seite, der seinen Herrn auf seinen Wegen begleitet. Er steht symbolisch für die Erfahrungen, die der Narr bereits hinter sich gebracht hat. Und zwar alle – ob sie nun negativer oder positiver Art waren. Die Farbe weiß ist ein weiteres wichtiges Detail, denn sie beinhaltet alle Farben in sich. Sie findet sich an weiteren Stellen im Bild wieder, wie in seiner linken Hand, in der er eine weiße Rose hält. Ein christliches Symbol für die Wiedergeburt.

 

Über seine rechte Schulter trägt der Narr einen Stab, den er nur leicht mit seiner rechten Hand hält. Dieser erinnert an einen frischen, schlanken Ast, der einen Bezug zum Element Feuer hat. Ein weiteres altes Symbol für Kraft. Dieses Mal im Sinne von etwas bewältigen zu können. Am Stab selbst befindet sich ein Bündel mit seinem ganzen Hab und Gut. Ein konzentrierter Blick auf das farbenfrohe Kleidungsstück des Narren lässt uns achtzackige Sterne erkennen. Die Acht wiederum ist numerologischen Zusammenhang von Interesse.

Der Narr in uns – nicht nur beim Kartenlegen

 

Unabhängig vom Kartenlegen mit dem Tarot: Ein bisschen Narr ist immer in uns – mal mehr, mal weniger. Vielleicht zum Beginn und Ende unserer Lebensreise, vermutlich ebenso zwischendurch. Dem Narren wird die Null zugeordnet und diese hat weder Anfang noch Ende – ein unendlicher Kreislauf. Nehmen wir bei dieser Gelegenheit noch die Acht mit rein. Zwei Nullen übereinander oder nebeneinander, je nachdem, ob sie liegt oder steht. Sie ist das Symbol für die Vollendung und den Neuanfang.

Kommen wir zurück zum Bild der Tarotkarte des Narren. Wenn wir uns nur auf die tatsächliche Darstellung konzentrieren, zeigt die Karte eine durchweg positive Situation, deren Hintergrund und Ausgang völlig offen sind. Wir wissen nicht, welche Erfahrungen der Narr hinter sich gelassen hat (der Hund) und welchen neuen Herausforderungen er sich stellen wird. Er scheint für alle Möglichkeiten offen zu sein, liebt das Leben und ist neugierig auf das, was da noch in sein Leben will. Mag sein, dass er manchmal zu leichtsinnig ist.

Dieser Leichtsinn zeigt sich sinnbildlich unter anderem dadurch, dass er sehr nahe an einem schmalen Felsvorsprung steht und gleichzeitig in den Himmel schaut. Wenn wir nun unseren eigenen Ängsten freien Lauf lassen, bauen sich wohl möglich extreme Szenarien, wie zum Beispiel, dass der Narr in den Abgrund stürzt, auf. Das wissen wir aber ebenfalls nicht, denn wir sehen nur eine Sequenz! Vielleicht setzt sich der Narr einfach hin, schaukelt seinen Beine und überdenkt alle seine Möglichkeiten, um dann eine Entscheidung zu treffen?

Von welcher Angst lassen wir uns gerade treiben, was macht uns unsicher? Was ist unser Ziel und was hindert uns, es zu erreichen? Klettern wir den Berg herab oder hinauf? Welche Möglichkeiten sehen wir zurzeit nicht? Wir haben bereits eine Menge Erfahrung gesammelt und sollten diese nun einsetzen. Wie oft schon im Leben mussten wir uns dem Neuen stellen, Entscheidungen treffen? Also nicht aufgeben! Wohl wissend, dass wir auf unterschiedliche Weise gestärkt werden - nicht nur durch die Sonne!

 

Tarotkarten legen mit System

 

Wer beim Kartenlegen mit dem Tarot in die Zukunft schauen will, sollte die Bedeutung der Tarotkarten in- und auswendig kennen. Es kommt schon einem kleinem Studium gleich und bedarf einige Zeit praktischer Erfahrung, um sich relativ sicher auf dem Parkett des Tarotkarten bewegen zu können. Vor allem dann, wenn die große Tafel gelegt und interpretiert werden soll. Allerdings gibt es einige kleine Legesysteme, mit denen eine aktuelle Situation hinterfragt und die zukünftige Entwicklung ermittelt werden kann.

 

Drei Karten für das was war, ist und sein wird

 

Die einfachste Form ist das Ziehen von drei Tarotkarten aus der Großen Arkana, die für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von links nach rechts ausgelegt werden. Natürlich bedarf es auch Fragen, zu denen die Karten Auskunft geben soll.Beispielsweise: Wieso stecke ich in dieser Situation? Was ist die Ursache (Vergangenheit)? Wo befinde ich mich aktuell (Gegenwart)? Was entwickelt sich daraus (Zukunft)? Tief ein- und ausatmen, zentrieren, die Karten mischen, intuitiv drei Karten ziehen und auslegen.

 

Wir möchte, kann weitere sechs Karten als Ergänzung oder zur Vertiefung der Antwort, ziehen. Diese sollten aus dem Stapel der Kleinen Arkana gezogen werden. Die erste Karte wird unter die Vergangenheit, die nächsten beiden Karten unter die Gegenwart und die letzten drei Tarotkarten unter die Zukunft gelegt. Bringen Sie diese zusätzlichen Karten in Verbindung zu der jeweiligen Hauptkarte, die aus der Großen Arkana gezogen wurden. Aber bitte nur dann, wenn Sie mehr Infos benötigen, um zu verstehen. Zu viele Karten können auch irritieren!

 

Eine Entscheidungshilfe durch das Pentagramm

Wer es sich bereits zutraut, mischt alle Tarotkarten, ansonsten nur die Karten der Großen Arkana. Breiten Sie diese fächerförmig aus und ziehen ganz bewusst 5 Karten. Nun die Karten auslegen wie folgt:

 

Karte 1 ganz links

Karte 2 gegenüber, ganz rechts

Karte 3 mit Abstand unterhalb der Karte 1, rechts eingerückt

Karte 4 mit Abstand unterhalb der Karte 2, links eingerückt, auf Höhe der Karte 3

Karte 5 nach oben, sodass sie zwischen Karte 3 und 4 liegt

 

Die Tarotkarten von den Positionen 1 bis 4 spiegeln die inneren Kontroversen der fragenden Person wieder, die uns zögerlich machen, eine Entscheidung zu treffen. Zwischen den Karten eins und vier sowie zwei und drei, zeigen sich die Widerstände besonders intensiv. Die Tarotkarte auf Position fünf gibt uns die Entscheidungshilfe. Wichtig: Dieses Legesystem gibt keine Antwort auf das WARUM. Wenn wir Information zur Ursache wünschen, müssen wir eine neue Frage stellen und nach dem vorgenannten System die Tarotkarten auslegen.

 

Das keltische Kreuz – Kartenlegen mit dem Tarot für Fortgeschrittene

 

Das Kartenlegen mit allen Tarotkarten ist äußerst ergiebig. Aber auch diese Legeweise ist ebenso nur mit den Karten der Großen Arkana möglich. Wer sich selbst noch nicht zu den fortgeschrittenen Tarotkartenlegern zählt, sollte auch das keltische Kreuz lediglich mit den 22 Karten legen. Diese komplexere Kartenlegung erfordert auf jeden Fall ein sehr gutes Basiswissen und viel Zeit! Besonders wichtig ist es, die Karten in ihrem Zusammenspiel wahrzunehmen und zu interpretieren – alle Ebene zu betrachten und miteinander zu verbinden.

Kommen wir nun zum Auslegen der Tarotkarten und deren Positionen, nachdem die Karten gemischt wurden:

 

In die Mitte legen wir die erste Karte

Die zweite Tarotkarte wird quer auf die erste Karte gelegt

Über die erste Karte legen wir die Dritte (Kopf des Kreuzes.)

Die vierte Karte wird rechts, neben die dritte Karte gelegt

Unter der ersten (zweiten) Karte positionierten wir die fünfte Tarotkarte

Links von der ersten (zweiten) Tarotkarte wird die fünfte Karte abgelegt.

 

Damit haben wir das Kreuz gelegt. Weiter geht es mit den Karten sieben bis zehn, die neben dem Kreuz, von unten nach oben aufsteigend, ausgelegt werden.

Die Karten sind nun ausgelegt. Schauen wir uns jetzt die Themen an, die den Kartenpositionen zugeordnet sind.

Die (gegenwärtige) Ausgangssituation – die Karte weist auf das Thema, das worum es geht

„Was kreuzt“ - die zweite Karte zeigt die Herausforderungen oder Hilfestellungen, der direkte Einfluss zum Thema.

Die Karte auf der Position drei beschreibt, was uns bewusst ist oder von uns bereits erkannt wurde, unser Ziel. (Eine wichtige Tarotkarte bei dieser Legung.)

Das Unbewusste, aber intuitive, wird uns durch die Karte auf Platz vier präsentiert. Hat auch einen Aspekt zur (entfernteren) Vergangenheit.

Durch die Tarotkarte auf Platz fünf erfahren wir mehr zu den Hintergründen. Was hat dazu geführt, wo wir uns jetzt befinden. (Jüngere Vergangenheit.)

Die nahe Zukunft wird durch die sechste Karte beschrieben: So geht es weiter oder was jetzt auf uns zukommt.

Die siebte Karte steht für den Fragesteller selbst. Sie ist das Symbol für das eigene Innere, die Einstellung oder persönliche Gefühle.

Die äußeren Einflüsse beschreibt die Karte, die auf Position acht liegt.

Um persönliche Hoffnungen und Ängste geht es bei der Tarotkarte, die auf Position neun liegt. Was befürchten oder erwarten wir in unserem Innersten?

Die fernere Zukunft – das Endergebnis zeigt die zehnte Karte. (Die Antwort auf unsere Frage.)

Eine abschließende Bemerkung: Manchmal mögen wir die Antworten des Tarot nicht so recht annehmen, fühlen uns vielleicht falsch beschrieben … Verwerfen Sie bitte das Blatt nicht in der Hoffnung, dass nach dem erneuten Auslegen des keltischen Kreuzes die Karten andere Aussagen machen. Lassen Sie die Aussagen länger wirken. Meistens erkennen wir später einen Funken Wahrheit. Oder holen Sie sich Rat bei einem Lebensberater von Manticus, der zum Kartenlegen das Tarotdeck einsetzt.

 

Kartenlegen mit Orakelkarten

 

Nicht immer geht es beim Kartenlegen darum zu erfahren, was die Zukunft bringt. Oft wollen wir nur eine schnelle Entscheidungshilfe, ohne uns näher mit den Dingen beschäftigen zu müssen. Wir sind zwar unsicher, haben aber wenig Zeit. Einst war es üblich, eine Münze zu werfen. Kopf oder Zahl hat darüber entschieden, was getan wurde oder eben nicht. Heute gibt es Orakelkarten, die mit JA oder NEIN antworten. Beispielsweise die Entscheidungskarten. Diese Karten enthalten sogar einen erklärenden Kurzkommentar.

 

Wichtig ist allerdings, dass die Frage eindeutig gestellt wird. Sie darf nicht zwei Fragen in einer beinhalten. Hierzu ein konkretes Beispiel: Soll ich mich auf das Angebot von Peter einlassen oder ist es für mich besser, die Finger davon zu lassen? Dies sind zwei Fragen in einer, die aber unbedingt separat gestellt werden müssen, sonst fehlt es an Eindeutigkeit. Die Antwort auf die erste Frage kann lauten: „Nein, es passt nicht zu dir“. Zu der zweiten Frage erhalten wir folgende Auskunft: „Ja, aber es wird nicht leicht gehen“.

 

Besonders beliebt ist das Kartenlegen oder ziehen von Engelkarten. Vor allem dann, wenn wir uns auf der seelischen Ebene mit Herausforderungen beschäftigen. Zwei beliebte Decks haben wir in diesem Blog bereits beschrieben. Aber es gibt noch viele weitere Karten, die vor allem die spirituelle Ebene bedienen: Die Einhorn-Karten von Diana Cooper. Sie selbst schreibt dazu: „Engel arbeiten durch unser Herz, Einhörner mit unserer Seele“. Um eine Hilfestellung durch diese Karten zu erhalten, ist nicht zwingend eine besondere Frage nötig.

 

Das Karten-Set besteht aus 44 Einhornkarten. Jede Karte ist wunderschön illustriert und beschäftigt sich mit einer anderen göttlichen Eigenschaft oder Person. Auf jeder Karte ist eine klare Botschaft zu lesen. Den Karten beigelegt ist ein kleines Heftchen mit weiteren Informationen zu der jeweiligen Einhornkarte und eine Affirmation. Kartenlegen mit den Einhornkarten dienen allerdings nicht der Zukunftsdeutung im herkömmlichen Sinne. Dennoch sind sie ein wertvoller Begleiter, um die persönliche Zukunft zu gestalten.

 

Insofern sollten Fragen genau überlegt und formuliert sein. Wir können uns immer nur selbst weiter entwickeln. Ein Lebensberater, Therapeut, Freund oder vielleicht auch Partner, kann uns unterstützen und führen, Veränderungen finden jedoch immer in uns und durch uns selbst statt. Eine mögliche Frage kann lauten: Woran sollte ich arbeiten, um zufriedener zu werden? Die Antwort dazu: „Streben Sie nach dem, was Ihre Seele jubeln lässt“. Eine sehr deutliche Information. Finden Sie nicht auch?

 

Im Beiheft gibt es weitere Informationen und die dazu passende Affirmation. Nicht alle Hinweise sind auf Anhieb so leicht zu verstehen. Über manche Worte muss nachgedacht werden oder etwas tiefer im Unterbewusstsein gegraben werden. Denn oft sehen wir das, was so nahe liegt, nicht sofort. Wie viele andere Orakelkarten eignet sich das Einhorn-Deck auch dazu, als Tageskarte gezogen zu werden. Selbstverständlich können die Einhornkarten ebenso als Monats- oder Jahresthema herangezogen werden.

 

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