Das Horoskop der Liebe – Wie gut passen wir zusammen?

Jeder wünscht sich heute ein sogenanntes „match made in heaven“, also eine gleichsam im rosaroten Himmel der Liebe geschlossene Verbindung mit dem Traumpartner – doch wie lebt sich dieser ambitionierte Anspruch hier auf der Erde?

 

                                

 

Viele Künste und Wissenschaften haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, den Menschen auf der Suche nach seiner sprichwörtlich verlorenen Hälfte zu unterstützen – von der geheimnisvollen Orakelkunst der Antike hin zur angewandten Persönlichkeitspsychologie und Soziologie, heute zusätzlich optimiert durch die vertieften Kenntnisse der interkulturellen Kommunikation und der Körpersprache.

 

Doch die wohl mit Abstand berühmteste und in gewisser Art und Weise auch erfolgreichste Disziplin, die Menschen zusammenführt, ist heute noch wie schon vor Jahrtausenden die Astrologie: sie ist eine interpretatorische Kunst und zugleich eine exakte Wissenschaft, und sie beinhaltet all das in Kombination, was andere Spezialdomänen für sich allein beanspruchen: fundiertes Wissen über die Persönlichkeit, genaue Analyse der Charaktere und Vorausschau zukünftiger Ereignisse. Mittels Astrologie kann man in jeder Hinsicht sein Glück im Leben finden – und natürlich auch den geeigneten Partner, der für die meisten Menschen untrennbar zum eigenen Lebensglück gehört.

 

Doch wie ist das möglich, dass eine Technik aus der Urgeschichte der Zivilisationen noch heute so eine durchschlagende Wirkung entfalten kann, um Beratungen auf höchstem Niveau zu ermöglichen?

 

                                            

 

„Die Sterne machen geneigt, aber sie zwingen nicht“ – so urteilte der Meister-Astrologe Johannes Kepler (1571-1630) über die Macht der Sterne, die das menschliche Schicksal beeinflusst. Wie die Sterne stehen, insbesondere wie das Geburtshoroskop des Einzelnen aussieht, beeinflusst also nicht nur unser eigenes persönliches Leben in Bezug auf unsere Eigenschaften, sondern auch unsere Chancen auf dem Beziehungsmarkt, denn so, wie wir sind, suchen wir auch nach einer persönlichen Ergänzung, die unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllt.

 

Der uralte menschliche Wunsch, vom geliebten Partner verstanden zu werden, ist mehr als eine psychologische Sehnsucht nach Nähe, sondern er ist zugleich auch das tief verborgene Wissen um die Möglichkeit, dass da draußen, irgendwo unter Milliarden Menschen, der Eine oder die Eine auf uns wartet, der oder die von den Sternen vorherbestimmt sein könnte für das perfekte Beziehungsziel. Doch wie findet man ausgerechnet diese Person? Ist es die vielbeschworene romantische Liebe auf den ersten Blick? Das schlussendliche Ergebnis planvoller, mühsamer Suche in Kontaktbörsen und sozialen Netzwerken? Glück oder Zufall?

 

In der klassischen Astrologie würde man hier zuerst das Sonnenzeichen betrachten, wenn es um den passenden Partner geht: die zwölf Sternzeichen sind zugleich auch zwölf Charaktere, die unterschiedlich akzentuiert die Eigenschaften von Wille, Mut und Liebe ausstrahlen. Der Steinbock zum Beispiel gilt als ehrgeizig, aber auch als passionierter Liebhaber, der Krebs als gefühlvoll und romantisch, die Waage als flatterhaft und höchst unentschieden, wenn es um die Wahl des geeigneten Partners geht. So sind die Grundeigenschaften der zwölf Charaktere ein erster sicherer Anhaltspunkt für das eigene Verhalten in puncto Beziehung und auch ein möglicher Indikator für das Verhalten des Wunschpartners, wenn man dessen Sternzeichen kennt.

 

                                  

 

Doch das ist nur der Anfang – blickt man genauer hin, kann man differenzierte und höchst zutreffende Erkenntnisse aus der „Astrologie der Paarbeziehungen“ ableiten. Wichtig ist hierbei zunächst die sogenannte Elementgruppe der Astrologie: es gibt grundsätzlich die vier Elementgruppen von den Wasserzeichen, den Feuerzeichen, den Erdzeichen und den Luftzeichen. Zu den Wasserzeichen gehören Krebs, Fische und Skorpion, Feuerzeichen sind Widder, Schütze und Löwe, Erdzeichen sind Steinbock, Jungfrau und Stier, und den astrologischen Reigen der Luftzeichen beschließen Waage, Zwilling und Wassermann.

 

Die Mitglieder einer bestimmten Elementgruppe vertragen und verstehen sich in der Regel ausgezeichnet als Partner, denn ihre psychologischen Eigenschaften sind recht ähnlich, so dass Missverständnisse weitestgehend ausgeschaltet sind und man oft auf Anhieb versteht, was der Partner möchte oder auch nicht möchte. Man kann also als astrologische Faustregel definieren: ein Feuerzeichen versteht sich gut mit allen anderen Feuerzeichen, ein Wasserzeichen harmoniert mit allen anderen Wasserzeichen, ein Luftzeichen fühlt sich mit einem Partner aus demselben Element von Natur aus wesensverwandt, und auch ein Erdzeichen hat mit den anderen Erdzeichen meistens kaum Schwierigkeiten.

 

Ein echtes Problem bei Element-Partnerschaften ist jedoch, dass die Eigenschaften der beiden Partner – da sie so ähnlich sind – sich gleichsam gegenseitig potenzieren und sich somit auf eine zuweilen sehr anstrengende Art und Weise steigern. Bei den leidenschaftlichen Feuerzeichen-Beziehungen erkennen wir diesen unterschwelligen Konflikt auf eine sehr drastische Weise. Ein dynamischer Widder-Mann und eine eigenwillige Schütze-Frau (beide aus dem heißblütigen Feuer-Element) können temperamentvoll streiten, oft bis das Mobiliar zu Bruch geht! Es fehlt hier der ausgleichende, quasi „kühlende“ Effekt einer anderen Elementgruppe, wie ihn zum Beispiel ein Partner aus einem Wasserzeichen ausüben würde, welches bei Konflikten generell eher versöhnlich und verständnisvoll ist, als mit scharfer Munition zu schießen!

 

Andererseits kann eine Partnerschaft zweier Wasserzeichen, sagen wir einer Krebs-Frau und eines Skorpion-Mann, auch eher nachteilig sein im Beziehungsalltag: Frau Krebs ist von Natur aus höchst stimmungsabhängig und launisch, Herr Skorpion ist eifersüchtig und kontrolliert gern, und wenn beide Partner einmal ein psychologisches Tief erreichen, fehlt der hilfreiche und klärende intellektuelle Einfluss, wie ihn die Luft-Zeichen haben. (Diese astrologische Kombination von Krebs-Frau und Skorpion-Mann war übrigens die Problematik bei der Ehe und Scheidung von Lady Diana und Prinz Charles von England – „er“ wollte nicht von seiner Geliebten Camilla lassen, war aber dennoch hochgradig eifersüchtig, und „sie“ fiel bekanntlich von einem emotionalen Stimmungstief ins andere.)

 

Viele Partnerschaften zwischen Wasserzeichen sind energetisch gesehen oft „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“, weil sich hier die Emotionen der Partner – Wasser ist das Gefühls-Element schlechthin – gleichsam potenzieren, was mitunter zwar sehr stimmungsvoll sein kann, oft aber in einem Fiasko endet.

 

Auch Beziehungen von Luftzeichen untereinander sind nicht immer stimmig, oder anders ausgedrückt: es sind nicht immer „Beziehungen“ im konventionellen Verständnis des Wortes. Astrologische Luftzeichen wie Waage, Zwilling und Wassermann brauchen und suchen stets viel Freiheit, auch in der Liebe, wenn sich solche Partner zusammenfinden, ist das Ergebnis oft eher eine sogenannte offene Beziehung oder auch eine „Freundschaft plus“ als eine Ehe oder stabile Partnerschaft.

 

Frau Waage liebt die schönen Künste, aber die Kochkunst lässt sie aus, und ihr Zuhause ist oft kein Heim im klassischen Sinn, da hier zwar der dekorative Sinn vorhanden ist, aber die ordnende Hands fehlt. Herrn Wassermann oder Herrn Zwilling macht das jedoch nichts aus, trifft er sich doch ohnehin gern auswärts mit Freunden und Freundinnen, doch irgendwann könnte auch in dieser Freiheits-Beziehung der schöne Schein enden. In Luftzeichen-Partnerschaften fehlt in Krisenzeiten oft die besondere Stabilität und Verbindlichkeit, die das Element Erde hinzufügen könnte.

 

Wenn sich hingegen Erdzeichen finden, ist diese Stabilität oft im Übermaß vorhanden: Herr Steinbock und Frau Stier zum Beispiel schließen oft schon Bausparverträge ab, wenn sie sich erst ein paar Wochen kennen. Gemeinsame Wohnung, eigenes Haus, Wertanlagen und geteilte Altersvorsorge mit dem Partner? Kein Thema – für die sicherheitsorientierten Erdzeichen sind diese Dinge selbstverständlich und keiner Diskussion wert, denn sie werden einfach vorausgesetzt. Eine Partner-Beziehung ist für die nüchternen Erdzeichen wie eine Lebensversicherung, stabil, werttragend und beständig, und oftmals auch ein wenig mit materiellen Hintergedanken verbunden (warum denn nicht, denkt sich zum Beispiel die pragmatische Jungfrau, Geld regiert bekanntlich die Welt). Doch so viel Verbindlichkeit kann auch überaus inflexibel und einengend wirken, so dass am Ende einer der Partner schnell das Gefühl hat, etwas im Leben zu verpassen – bei so viel Sicherheit fehlt eben der Reiz des Spontanen.

 

Wir sehen also, die Element-Partnerschaften können zwar verständnisinnig und stimulierend sein, aber sie können auch das Gegenteil des vielbeschworenen Himmels auf Erden beschreiben, nämlich dann, wenn beide Partner vor lauter Ähnlichkeit im Naturell nicht mehr ihre Freiheit leben, oder Kanten abrunden können. Es kommt also entschieden darauf an, wie reif die beiden Partner, psychologisch gesehen, sind, und auf welchen Niveau sie ihre Beziehung leben können. Außerdem könnte es spannend sein, einmal einen Blick auf astrologisch „gemischte“ Beziehungen zu werfen: wie sieht es denn eigentlich mit partnerschaftlichen Mischungen von Erd- und Feuerzeichen, oder Wasser- und Luftzeichen aus? Hier ist die Beziehungs-Dynamik natürlich viel anregender, kurzweilig, spielerisch und lebendig, doch auch nicht immer „im Himmel geschlossen und auf Erden gelebt“…

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