Vom Geheimwissen-Klassiker zur modernen Lebenshilfe: Was ist esoterische Lebensberatung?

Die Rede von der „esoterischen Lebensberatung“ ist heute in aller Munde, und mehr und mehr Ratsuchende wenden sich aktuell an die zahlreichen Kartenleger und Hellseher auf den telefonischen Beratungsportalen, um einen Blick in die Zukunft zu erhaschen. Sich esoterisch beraten zu lassen, ob bei einer neuen Liebe, Familienproblemen, Scheidung oder Mobbing im Beruf, ist „in“, und nach Aussage der meisten Nutzer dieser orientierenden Möglichkeit ist es hochgradig effektiv und zufriedenstellend, inspirierend.

 

                                      

 

Doch wie kam das heute allgemein so beliebte Berufsbild der esoterischen Lebensberatung überhaupt zustande, und welche besondere inhaltlichen Eigenheiten und Vorteile bietet die esoterische Lebensberatung im Vergleich mit anderen etablierten Beratungsformen? Ein kleiner Gang in die Zeitgeschichte kann uns zeigen, was Esoterik eigentlich meint und welche Chancen und Grenzen die Esoterik als Beratung aufweist: folgen wir also dem spannenden historischen Pfad der Seherin oder des Sehers bis in die Gegenwart.

 

Der Begriff „esoterisch“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich „der innere Kreis“ (esotérikos). Wenn man nun behauptet, dass es einen inneren Kreis gäbe, muss man logisch voraussetzen, dass es, symbolisch gesprochen, auch einen äußeren Kreis gibt. Um welche inneren und äußeren Kreise handelt es sich denn hier?

 

Der „innere Kreis“ ist auf das Wissen der Menschen bezogen und bedeutet so viel wie „Geheimwissen, nicht allen zugänglich“. Der äußere Kreis ist ebenfalls auf das Wissen und die Kenntnisse bezogen und bedeutet so viel wie Allgemeinbildung oder eben überall verfügbares Wissen, Informationen, die offenbar sind. Ein Esoteriker war also früher, in der ursprünglichen Bedeutung, jemand, der sich mit Geheimwissen auskennt oder der einen privilegierten Zugang zu Informationen hatte, die dem Normalbürger nicht ohne weiteres offenstanden. Heute könnte man jedoch mit Recht sagen, dass sich aufgrund der sogenannten Wissens- und Informationsgesellschaft die Grenzen zwischen dem, was früher einmal stark abgeschottetes Eingeweihten-Wissen war, und dem allgemein Zugänglichen verschieben, denn mehr und mehr alte Geheimnisse, die Jahrhunderte lang sorgfältig gehütet wurden, werden heute einer breiten Masse zugänglich gemacht.

 

                                      

 

Dennoch existiert auch heute noch ein Unterschied zwischen Allgemeinbildung und denjenigen Informationen, die man einfach „googlen“ kann, und dem verborgenen Wissen der eingeweihten oder Adepten, die oft ein ganzes Leben lang der Erforschung einer Spezialdomäne widmen. In alter Zeit war dieses Geheimwissen traditionell die Kunst der sogenannten Divination. Divination bedeutet „die Kunst, mit den Göttern zu sprechen“, oder einfach: die Kunst des Orakels, denn der Orakelspruch wurde als Aussage des Gottes oder der Göttin gedeutet.

 

Die Divination war den Priestern und ihren Schülern vorbehalten, so dass Esoterik als Geheimwissen und Orakelkunst bereits in der Antike eine besondere Art von Zugängen zu Informationen bedeuteten, und die Privilegien der Stände – hier: des Klerus, später des Adels – deutlich nachte, wer diese Zugänge erhalten konnte und wer nicht. Im Mittelalter stellte das Geheimwissen der Esoterik einen verborgenen Strom des Geisteslebens dar, der gleichsam unter der Oberfläche des geordneten, von den christlichen Kirchen in Europa kontrollierten öffentlichen Lebens dahinfloss. Das Geheimwissen aus der Antike war nun wirklich „geheim“ im Sinne von verborgen, denn während die Priester der Isis, der Artemis oder des Amun-Ra im Altertum ihre Prophezeiungen öffentlich auslebten, waren die Adepten der esoterischen Kunst im Mittelalter gezwungen, in den Untergrund zu gehen, um vor Verfolgung von kirchlichen und staatlichen Autoritäten sicher zu sein. Vieles von dem, was man aus dem alten Ägypten, Griechenland und Chaldäa als Geheimwissen in die neue Zeit hinübergerettet hatte, wurde nunmehr aus Diskretions- und Geheimhaltungsgründen in sogenannten Geheimgesellschaften verwahrt.

 

Erst nach der Renaissance mit ihrer Betonung des freien Willens und der Menschlichkeit als Maßstab, in manchen Gegenden Europas sogar erst nach dem 19. Jahrhundert, öffneten sich die Wege wieder für die Schüler der geheimen esoterischen Kunst und es wurde wieder richtig „salonfähig“ zuzugeben, dass man sich in seiner Freizeit mit Astrologie, Kartenlegen, Hellsehen oder spiritistischen Phänomenen beschäftigte. Nicht nur zeigte sich nun die Gesellschaft zunehmend toleranter, was Esoterik betraf, sondern auch viel interessierter, und das Ergebnis war ein breiter Fluss von Bucherscheinungen zu früher recht verpönten Themen wie Traumdeutung, Kartomantie, Hellsehen und die Macht des Unterbewussten – Unterstützung erhielt die esoterische Welle auch durch die aufkommende neue Wissenschaft der Psychologie, die zu ihrem Beginn noch sehr experimentell war.

 

Das Beratungsfeld der esoterischen Lebensberatung erlebte dann seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts einen erheblichen Aufschwung, auch wesentlich unterstützt durch die Erfolge der gefeierten neuzeitlichen Propheten, die Beratungssitzungen für die Allgemeinbevölkerung anboten, wie Edgar Cayce oder Alois Irlmair. Heute, im informationell offenen Cyber-Zeitalter, ist die esoterische Lebensberatung sozusagen „Esoterik 2.0“ geworden, denn wir können von überall her auf dem Globus eine Website für esoterische Lebensberatung aufrufen und uns in Echtzeit zu dem Experten unserer Wahl durchstellen lassen. Der große Vorteil der esoterischen Lebensberatung besteht für die meisten Ratsuchenden darin, dass echtes Fachwissen, das früher kaum zugänglich war, ohne Wartezeit auf die eigenen Fragen und Probleme angewandt werden kann. Es entsteht eine individuelle Beratungskultur, die Klassik und Moderne vereint in einem Spannungsbogen mitmenschlicher Einfühlsamkeit.

 

Wer sind nun diese modernen Propheten, die in Echtzeit menschliche Probleme durch einen gekonnten Blick in die Zukunft lösen? Es sind zum einen Menschen wie Du und Ich, lebenserfahrene Persönlichkeiten mit einem großen Herzen, doch zum anderen mit dem entscheidenden Unterschied zur Allgemeinheit, dass sie alle eine profunde Schulung in einer der divinatorischen Disziplinen – oder auch mehreren – erlebt haben.

 

Die spezielle Aufgabe der esoterischen Lebensberater ist es nun, dieses wertvolle Wissen wohldosiert an die Ratsuchenden weiterzugeben und ihnen in jeder Lebenslage die Verbindung zwischen Weisheit und Klugheit, richtigem Rat und dem situativ Angemessenen, herzustellen und somit eine echte Orientierung im Leben zu bieten. Ob Kartenlegen mit dem Tarot, dem Skat- oder Lenormand-Deck, Hellsehen ohne Hilfsmittel, kabbalistische Persönlichkeitspsychologie oder die Weisheit der Astrologie – alle diese altbewährten, aus dem „inneren Kreis“ der Esoterik stammenden Techniken haben heute noch und wieder ihre Berechtigung in der esoterischen Beratung. Die früher geheimen Wissensschätze, verbunden mit der Empathie des Experten, machen den alltäglichen Anruf beim esoterischen Portal für Lebenshilfe zu einem ganz besonderen menschlichen Erlebnis, das immer wieder einzigartig ist, tiefgründig und berührend...

 

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